Style-Crush: Emine

Oft bewundere ich die Performance anderer so sehr, dass ich gar nicht anders kann, als ihnen Komplimente zu machen. Dabei bin ich eigentlich gar kein Fan vom Kommentieren des Äußeren anderer Leute. Wenn über Style gesprochen wird, kommt eins allerdings kaum drumrum.

In meiner Style-Crush-Rubrik sammele ich nicht nur im Netz gefundene Bilder, sondern auch eine ausführlichere Beschäftigung mit Einzelpersonen. Den Auftakt macht meine engagierte #SchauHin-Kollegin Emine, die nicht nur eine tolle Aktivistin, Schwester und seit kurzem auch Bloggerin ist, sondern mich immer wieder zum Lachen bringt und obendrein einen wunderschönen Stil hat. Auf ihrem Blog schrieb sie unter anderem darüber, ein Mippie zu sein. Und ganz wichtig: Ihr Name wird wie Eminem ohne -m ausgesprochen. Nicht wie Hermine.

IMG_6122

QUEER VANITY: Wer oder was bist du eigentlich?

EMINE: Muss man das immer so genau wissen? Aktuell verstehe ich mich als Muslima und als Person of Color in Deutschland. Ich denke viel und gerne nach und versuche Erfahrungen und Gedanken anderen Menschen zugänglich zu machen. Ich liebe nichts mehr als eine aufwühlende Diskussion.

Mir gefällt dein Outfit sehr, vor allem dein Sharwal mit dem Patchworkmuster. Wo ist das hübsche Teil her?

Der Şalvar/Shalwar ist tatsächlich mein einziger, den ich nicht aus Istanbul habe. Es ist eines von 2 Kleidungsstücken, das ich mir in Indonesien gekauft habe.

Ich hatte dich gebeten, in einem Outfit, in dem du dich wohl fühlst und das dir Ausdruck verleiht, zu posieren. Erzähl mal über deine Auswahl, warum dieses Outfit?

Vor über einem Jahr habe ich während meines Auslandssemesters in Istanbul den Şalvar/Shalwar für mich entdeckt. Seit dieser Zeit trage ich fast ausschließlich Şalvar/Shalwar, weil ich sie unglaublich bequem finde und das Gefühl mag in meiner Kleidung zu schwimmen. Es ist ein wenig Pyjama-Gefühl auf der Straße. Oder der Home-Look, mit dem ich einfach raus gehe. Nach meiner Entscheidung vor 6 Jahren das Kopftuch zu tragen, ist es das 2.Kleidungsstück, mit dem ich mir wieder selbst bewusst mache, dass es mir egal ist, wie sich andere Frauen kleiden. Was sexy ist und was nicht. Was Männern gefallen könnte und was nicht. Darüber hinaus ist der Şalvar/Shalwar ein wichtiger Bestandteil meiner geographischen Wurzeln und meine Art meinen Identitäten Ausdruck zu verleihen.
Und wie du unschwer erkennen kannst, liebe ich bunte Outfits. Deshalb liebe ich auch mein Oberteil, vor allem in Verbindung mit dem Şalvar/Shalwar. Helle und bunt durchgemischte Farben sehe ich gerne an und sie verbessern meine Laune. Im grauen Deutschland kann es mir also gar nicht bunt genug werden. Das rote Tuch was ich um meine Taille trage ist ein Tülbent oder Yemeni. Das sind die Art Kopftücher, die in vielen unterschiedlichen Dörfern und Kulturen in der Türkei von den Frauen eben auf dem Kopf oder um die Taille getragen werden. Im Winter hält es meinen Bauch unglaublich warm und sieht meiner Meinung nach toll aus. Ich bin immer wieder auf der Suche nach Möglichkeiten, mein „cultural heritage“ in meinen Kleidungsstil einfließen zu lassen. Bei diesem Outfit gucke ich in den Spiegel und mag es einfach.

IMG_6123

Wie hat sich dein Style in den letzten Jahren verändert?

Von Jeans und Strickkleidern bzw übergroßen Pullovern bin ich auf Şalvar/Shalwar umgestiegen. Davor hatte ich auch mal eine etwas girlige Phase, wenn mensch das so nennen kann. Nach all den unterschiedlichen Phasen ist es der weite und schlabbrige Look mit dem Şalvar/Shalwar den ich nicht mehr missen möchte. Was sich aber gar nicht verändert hat, ist meine Abneigung fürs Shoppen. Ich habe noch nie Spaß daran gehabt stundenlang in Geschäften nach Kleidung zu suchen. All die Kleidungsstücke, die ich zur Zeit besitze und gerne trage sind mir zufällig irgendwo mal sofort ins Auge gesprungen. Love at first sight ist also mein „Shopping-Style“.

Irgendwas, was du gern hättest, aber nicht bezahlen kannst, Wishlist-mäßig?

Sehr schwierige Frage.Ich antworte mal wirklich aus dem Bauch heraus, wohlwissend, dass da so einige moralische Komponente hinzukommen, weswegen ich eigentlich froh bin es mir nicht leisten zu können: Einen Privatflieger. Es gibt so viele Orte, die ich gerne sehen würde und immer wieder so viele unglaublich interessante politische/aktivistische Veranstaltungen in unterschiedlichen Städten auf der Welt.Mit einem Privatflieger wäre das alles kein Problem.

Wie bezeichnest du deinen Style?

Last-Minute-Style. Das kommt daher, das ich morgens immer zu spät dran bin und bei meinem Kleidungsstil es eigentlich ziemlich egal ist, was ich nun wirklich aus dem Schrank heraushole. Es ist immer ein Şalvar/Shalwar mit einem entweder weiten oder engen Oberteil. Egal welchem. Das spart unheimlich viel Zeit morgens!

IMG_6121

Ist das Outfit an bestimmte Räume gebunden oder ein Alltagsoutfit?

Also mit dem Outfit gehe sowohl in die Uni, als auch zum Abendessen mit Freund*innen. Das gilt auch für all meine anderen Outfits. Sie gehen immer und überall. Die einzige Ausnahme mache ich bei Hochzeiten, wenn ich mich mal überwinden kann zu einer zu gehen.

Danke!

Danke für dein Interesse und für die Fragen.

 

Advertisements

Ein Gedanke zu “Style-Crush: Emine

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s