STYLE-CRUSH: TRAVIS ALABANZA

(English below)

In einem Live-Mitschnitt einer Performance zweier queerer Künstler_innen stieß ich zum ersten Mal auf Travis, einer nicht-binären Transfemme aus London. Travis ist ein*e Schwarze*r Performance-Künstler*in und Poet*in. Travis twittert, ist witzig, shady und immer extrem toll gekleidet.

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Was bedeutet Mode für dich?

Ich glaube, für mich war Mode schon immer eine Verlängerung meiner Persönlichkeit, meines Genders und meiner Kunst. Schon von jung auf versuche ich konstant mich, Menschen in meinem Umfeld und die Auffassungen dessen, was ich darf oder nicht, durch Mode auszudrücken. Ich hatte mal eine Phase, in der ich sehr viel Durchsichtiges trug, nur um andere um mich herum zu schocken. Mittlerweile muss ich niemanden mehr schocken, aber Mode ist für mich eine Möglichkeit, „fick dich“ zu allen Geboten zu sagen, die mir vorschreiben, wie ich mich kleiden soll. Stattdessen kann all das willkommen heißen, was ich zu tragen liebe. Mode gibt mir die Macht, eine Flucht zu erschaffen und mich wie so zu fühlen, wie ich wirklich bin.

Wie würdest du deinen Stil beschreiben?

Ich würde sagen, mein Stil verändert sich. Ich trage viel schwarz, aber ich spiele auch viel mit Kostüm-artiger Ästhetik. Wenn ich performe, trage ich natürlich noch viel stärker auf. Ich würde sagen: „Schwarz, Kind, Gender-Raumschiff, Alien-Zoid, Pop-Spaß“.

Wer oder was inspiriert dich in deinem Stil?

Prince gab das früheste Beispiel von Mode, die ich nachahmen wollte. Sein Tod war hart für mich. Popstart beeinflussen mich, ich liebe es, wenn Charaktere erschaffen werden. Die Nachahmung von Marina and the Diamonds „Electra Heart“-Look ist auch ein Traum. Ich bin auch sehr inspiriert von den Alabanza-Frauen meiner Familie. So viele wunderschöne Muster, Lächeln und Farben – gemischt mit so viel schönen und unterschiedlichen Hautfarben.

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Wenn es um Mode geht, sprechen viele Leute von Sichtbarkeit. Was sind deine Gedanken und Ängste bei dem Thema?

Obwohl ich Mode liebe, setzt sie mich auch in unmittelbare Gefahr, und das liegt an Sichtbarkeit. Am Ende das Tages habe ich viele Outfits in meiner Garderobe, die ich außerhalb meines Wohnzimmers nicht tragen kann. Das ist die traurige Wahrheit. Ein großer Teil meiner Arbeit dreht sich um die Vorstellung von Belästigung und den Verzehr Schwarzer transfemininer Körper außerhalb der Binarität – und oft spielt meine Modewahl und die daraus entstehende Sichtbarkeit in diese Vorstellung von Sicherheit. Weil sie mich sichtbar macht. Auf der anderen Seite mag ich es überhaupt nicht und muss auch anerkennen, dass ich aufgrund dieser Ästhetik von „Queerness“ durch meinen Stil eine Stimme gesichert bekomme, die andere nicht bekommen, weil sie nicht so aussehen wie ich. Ich muss anfangen, bewusster darüber zu sein, wie ich mich präsentiere und was es mit Willkommenspolitiken gewisser Räume zu tun hat, weil ich denke, dass wir das Problem in queeren Räumen haben, alles auf Ästhetik zu reduzieren. Also, ich weiß nicht, Mode und Sichtbarkeit sind krass, weil sie mir manchmal viel Macht verschaffen haben – aber auch Gefahr – und sogar einige Privilegien anderen gegenüber… vielleicht komme ich auf diese Frage also noch mal zurück?

Wir haben auch darüber gesprochen, dass wir beide Doppel-Skorpione sind. Repräsentiert dein Stil auch deine Sternzeichen?

JA, DOPPEL-SKORPIONE! ❤ ❤ ❤ Sorry, ehmmmm… Ich finde, es ist total offensichtlich in meinem Stil. Mein Stil ist wie ein großes „fuck you“ im Club, es ist ein großes „du kannst dich nur zu uns setzen, wenn du für diese Realness bereit bist“, es ist eine kleine Dosis von „ich werde dir in meinem Fell-Crop-Top Gemeinheiten auftischen“ – während ich trotzdem total gerne mit allen Leuten Zeit verbringe. Er ist grell und spaßig, mit riesigen Plateau-Schuhen, die bereit sind, so richtig auf freche weiße Personen einzutreten. Also ja, Doppel-Skorpion. Spaßig und süß in der richtigen QTIPOC-Clique und eine Rüstung gegenüber allen Schurken.


I saw Travis in a video of a performance by two queer artists. They, a non-binary transfemme from London, were one of those two artists. Travis is a Black performance-artist and a poet. They tweet, they are funny, shady and their looks are always on point.

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What does fashion mean to you?

I think for me fashion has always meant an extension of my personality, my gender and my art. Since a young age I was constantly trying to find ways to push myself, others around me, and the conceptions of what I was allowed to be through fashion. I went through a phase of wearing so much see through just to shock everyone around me. Now I don’t really need to shock people, but still for me fashion is a way of saying ‚fuck you‘ to what I was told to wear, and instead welcoming what I love to wear. Fashion, has the power in my world, to create an escape for me to fully feel myself.

How would you describe your style?

I would say my fashion changes. I wear a lot of Black, but then also play with a lot of costume-pop aesthetic. Obviously when I’m performing I go a lot harder. I would say it is „black, kid, gender-space-ship, alien-zoid, pop-fun“ ?

Who or what inspires you fashion-wise?

Prince was my earliest example of fashion I wanted to emulate. His death was tough. Pop stars really influence me, I love when people create characters. Marina and the Diamonds ‚Electra Heart‘ look is a dream to emulate. I am also super inspired by the Alabanza women in my family, so many gorgeous patterns and smiles and colours – and mixed with such beautiful and different shades of skin.

When it comes to fashion, it often also comes to visibility. What are your thoughts and fears on that topic?

Although I love fashion, it also puts me in a lot of immediate danger, and that is often due to the visibility. At the end of the day, I have so many outfits in my wardrobe that I can never wear outside my living room, and that is the sad truth. Much of my art work revolves around this idea of harrassment, and consumption of Black transfemme bodies outside the binary – and often my fashion choices, and its visibility, play into this idea of safety. Because it makes me visible. But on the flip side, I also really don’t like (and have to recognise) that due to the aesthetic of ‚queerness‘, my fashion will sometimes grant me a voice that isn’t given to maybe someone else who doesn’t dress a certain way. I have to start being conscious of how much how I present myself makes myself welcomed into certain spaces, because I think we have a problem in queer scenes of diminishing everything down to aesthetic. So idk, fashion and visibility is tough, because it has brought me a lot of power sometimes – but also danger – and also some privileges over others… so maybe I’ll come back to that question?

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We also talked about both of us being double-scorpios. Is this fact also represented in your style? And if so, how?

YES DOUBLE SCORPIO! ❤ ❤ ❤ Sorry, ummm. I think it’s so obvious in my style. My style is like a big ‚fuck you‘ in the club, it’s a big ‚you can only sit with us if you’re ready for the realness‘, it’s a tiny dose of ‚i’ll serve you shade with my fur crop top‘ – whilst still really just wanting to hang with everyone. It’s bright and fun, with big huge flatforms that are ready to kick the shit into yt-crusts. So yeah, double scorpio. Fun and sweet to the right qtipoc clique, but armour for all the baddies.

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