STYLE-CRUSH: CHE GOSSETT

(English below)

Es dauerte nach unserer Vernetzung auf Facebook nicht lange, bis ich die Ehre hatte, Che Gossett persönlich zu treffen. Auf einer Konferenz in Hamburg war si_er als Redner*in aus New York angereist und sprach über Critical Animal Studies und Black Studies. Wir bondeten über unsere lila Lippenstifte, machten Selfies, lachten über trockenen Humor und suchten nachts erfolglos nach Eis. Ich freue mich, Che auf meinem Blog zu haben!

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Was bedeutet Mode für dich persönlich?

Ich stehe total auf Etymologie und wie Wörter Wiederholungen mit sich tragen und kulturell über Zeit und Raum Spuren hinterlassen, eine Art Reise, aber auch eine Art Promiskuität. „Fashion“ auf Englisch stammt aus dem Lateinischen „facere“, also machen. Damit verbinde ich die Art, in der Mode eine Form der Herstellung der Welt als queere Transfemme of Color anbietet. Mode und Ästhetik sind Möglichen, Farben, Licht, kritische Dunkelheit (Goth) und Resonanzen der Welt zu expandieren.

Wie würdest du deinen Stil beschreiben?

Das ist eine gute Frage. Ich will fast schon Beschreibungen umgehen, haha, vielleicht habe ich eine flüchtige Ästhetik, die sich sowas entzieht, aber auch sichtbar ist. Ich mag, was Farben so anrichten können. Die Unstimmigkeit, wenn sie ausbrechen und schrill sind, leuchten und der Welt neue Konturen hinzufügen. Ich fühle mich auch von blühenden Blumen beeinflusst – was sich mit dem Begriff der Anthologie verbindet, aus dem Griechischen, gemeinsam Blumen pflücken – ich fühle mich durch den Frühling aktiviert. Ich glaube, dass es mir Spaß macht, darüber so nachzudenken – die Jacke, die ich trage, ist mit Blumen bedruckt und sie brechen richtig aus, ebenso wie der Lippenstift, den ich trage. Er ist nahezu glimmernd und ich finde es spannend, Dinge auszuprobieren und unser eigenes Licht durch Farbe zu generieren. Der Versuch einer nahezu queeren Bioluminiszenz.

Hast du Style-Vorbilder?

Oh ja! Meine brillante Schwester Reina Gossett hat unglaublichen Style. Als ich jünger war, war Prince meine Femmespiration und da müssen wir natürlich auch in Klammern setzen, was für ein unglaublicher Musiker er war, ich finde dafür keine Worte. Generell denke ich, dass meine Inspiration von Transfemmes of Color kommt und die nimmt die Form einer verwandten Ästhetik an.

Was ist deine Lieblingsfarbe?

Ich glaube, Lila! Mein Geburtsstein ist auch Amethyst. Ich bin ein Feuerzeichen.

Inwiefern ist Mode für dich ein ermächtigendes Werkzeug innerhalb deines persönlichen Kampfes?

Ich denke, dass Femme-Fashion mir ermöglicht, mutiger, verletzbarer und zarter zu sein. In der Kombination mit meinem Dasein als Transfemme-Spielverderber*in – um hier mal Sara Ahmeds tolle Theorie einzubringen – bedeutet es, dass ich auch über verwandte Femme-Ästhetik nachdenke und inwiefern das eine Form von Zartheit, Zugehörigkeit und gegenseitiger femme-inististischer Bestätigung ist, zum Beispiel indem wir uns gegenseitig Komplimente für unseren Style machen, uns gemeinsam die Nägel machen oder das Risiko eingehen etwas zu tragen, in dem wir uns total fierce fühlen.


It did not take long after we connected on Facebook for me to have the honour to meet Che Gossett in real life. They travelled all the way from New York to attend a conference in Hamburg as a speaker. They talked about Critical Animal Studies and Black Studies. We bonded over our purple lipsticks, took selfies, laughed over dry jokes and looked for ice-cream at night (we did not find any). I’m glad to have them on my blog!

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What is fashion to you personally?

I’m really into etymology and how words hold iterations and carry cultural traces across time and space, a kind of traveling but also a kind of promiscuity — so fashion in English language derives from Latin facere, to make. This makes me think of the way in which fashion is a form of worlding the world and as a queer trans femme of color, fashion and aesthetics is a way of expanding the color, light, critical darkness (goth) and vibrancy of the world from its edges outward.

How would you describe your style?

This is a great question? I almost want to resist description lol, maybe I have a fugitive aesthetic that eludes but also appears — I like how colors cause dissensus when they burst and flash, luminate and add new contours to the texture of the world. I’m also influenced by the blooming of flowers — which connects to the word anthology, from Greek to gather togayther flowers — and I feel activated by spring. I think that I find pleasure and joy in reflecting this back — so the jacket that I have on has flowers on it and they are bursting and also the lipstick I choose because its almost fluorescent and I think its interesting to try and generate our own light through color, an attempt at a kind of queer bioluminescence.

Do you have style inspirations?

I do! My brilliant sister Reina Gossett has incredibly style!

Growing up, Prince was a femmespiration and of course we have to just bracket how truly incredible a musician because that really can’t be expressed adequately] In general I think my inspiration comes from trans femmes of color and that takes the shape of a relational aesthetic.

What’s your favorite color?

Purple I think, amethyst is also my birthstone — fire sign.

How is fashion an empowering tool for your personal struggle?

I think that for me femme fashion enables me to be more courageous and more vulnerable and more tender. This means that in addition to being a trans femme killjoy — to channel Sara Ahmed’s brilliant theory — I’m also thinking about relational femme aesthetics and how that is a form of being tender and being with and femme-inist affirmation of one another through complimenting each other’s style or being togayther getting our nails done or taking risks and wearing something that we feel fierce in.

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